Promotionsstudiengang Soziologie

Meine Dissertation zum Thema „Gewalt ohne Grund. Über die narrative Bewältigung von Amokläufen“ habe ich im Juni 2015 am Fachbereich Geschichte und Soziologie der Universität Konstanz eingereicht und am 19.05.2016 erfolgreich verteidigt. Das Promotionsverfahren habe ich mit der Gesamtnote „summa cum laude“ abgeschlossen. Die Dissertationsschrift erscheint im Herbst 2016 bei Velbrück Wissenschaft.

Abstract der Dissertation

Die Dissertation beschäftigt sich aus kultursoziologischer Perspektive mit der gesellschaftlichen Bewältigung von Amokläufen. Sie thematisiert die sozialen Mechanismen und narrativen Muster, die aus dem vermeintlich ›grundlosen‹ Gewaltereignis Sinn und Bedeutung schöpfen. Inhaltlich gliedert sich die Arbeit in drei Abschnitte: einen historischen, einen theoretischen und einen empirischen. Aus einer historischen Perspektive wird der Ursprung des archaischen Amoklaufs im südostasiatischen Raum untersucht und mit den ersten modernen, als ›Amokläufe‹ beschriebenen Ereignissen in Deutschland und Amerika verglichen. Den theoretischen Zugang zum Phänomen ›Amok‹ bildet die Auseinandersetzung mit Phänomenen des Außerordentlichen: Ereignis und Erzählung, Gewalt und Überschreitung, Risiko und Solidarität. Im empirischen Teil wird die Berichterstattung einschlägiger Printmedien über die deutschen Amokläufe von Erfurt (2002) und Winnenden (2009) innerhalb eines Jahres diskurs- und narrationsanalytisch untersucht. In den Debatten um Ursachen und Motive, Schuld und Verantwortung sowie Sicherheit und Prävention zeigt sich, wie gerade das vermeintlich ›Sinnlose‹ zur Sinnstiftung zwingt und das bedrohliche ›Nichts‹ eine Überfülle an Bedeutung produziert.